Förderverein zur Erhaltung der Dorfkirche Landin e.V.

Die Dorfkirche in Landin

Im Buch "Kirchen des Havellandes" schreibt Andreas Kitschke über die Landiner Kirche
(mit freundlicher Genehmigung des Autors und des be.bra wissenschaft verlags):

LANDIN

Fotos: FV zum Erhalt der Dorfkirche Landin

EVANGELISCHE DORFKIRCHE

Evangelische Reformationsgemeinde Westhavelland
Kirchenkreis Nauen-Rathenow (Region VII), EKBO
Kirchenbau Anfang 18. Jahrhundert

Als Besitz des Gebhard von Bredow wurde Landin 1353 erstmals erwähnt. Es gehört seit der brandenburgischen Gemeindegebietsreform 2003 zur Gemeinde Kotzen.

Die heutige Kirche wurde zu Anfang des 18. Jahrhunderts als Ziegelfachwerkbau über rechteckigem Grundriss errichtet, wovon der Ostgiebel, die Nordseite und die dortige Vorhalle noch heute zeugen. Der Westgiebel wurde 1865, die Südwand im späten 19. Jahrhundert aus Backstein erneuert. Der nur bis zum Dachfirst des Kirchenschiffs reichende, verbretterte Turmschaft trägt eine schiefergedeckte welsche Haube mit geschlossener, zwiebelbekrönter Laterne. Die Sanierung der Kirche begann 1993 verheißungsvoll am Turm, wurde dann jedoch mangels Finanzierungsmöglichkeit unterbrochen. Die Kirche ist gegenwärtig unbenutzbar und droht zu verfallen!

Fotos: FV zum Erhalt der Dorfkirche Landin

Im Innenraum tragen zwei Stützenreihen und Unterzüge die flache Decke des Innenraums und den Dachstuhl. Der 1736 vom Patron Ludwig von Bredow und seiner Ehefrau Johanne Wilhelmine von Bredow, geb. von Metzsch gestiftete hölzerne Kanzelaltar wird von schlanken Säulen und kleinen Voluten, auf dem gesprengten Giebel mit zwei Engelputti geschmückt (gegenwärtig ausgelagert). Der alte Altar und die Kanzel wurden nach Kriele gebracht und dort ebenfalls zu einem Kanzelaltar zusammengefügt [...]. Die Westempore wurde gemäß Inschrift 1727 errichtet. Der etwa gleichzeitig entstandene Taufengel ist nur als Fragment erhalten. Weiter sind ein gegen Anfang des 18. Jahrhunderts geschaffenes Gemälde des Apostels Petrus sowie einige Stühle und Schemel aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert überkommen. Die vier Rundbogenfenster der massiven Südwand sind mit Glasgemälden des späten 19. Jahrhunderts versehen.

Die 1847 von Friedrich Hermann Lütkemüller erbaute Orgel mit sechs Registern auf einem Manual und angehängtem Pedal wurde 1908 von Alexander Schuke umdisponiert und 1917 wegen der Kriegsrequirierung ihrer Prospektpfeifen beraubt. Sie ist nicht erhalten.

Im Westturm ist eine Bronzeglocke (Ø 66 cm) vorhanden, die 1675 vom Patronatsherrn Albrecht Vollrath von Rauchhaupt gestiftet und von Martin Heintze in Spandau gegossen wurde. Die kleinere (Ø 50 cm), 1723 von Christian III Heintze in Berlin gefertigte, wurde 1917 zur Rüstungsproduktion beschlagnahmt.

( Aus: Andreas Kitschke, Kirchen des Havellandes, Berlin 2011, © be.bra wissenschaft verlag )

 

Kirche

 
Im Sonderamtsblatt für den Landkreis Havelland, Jahrgang 3, Nr. 10, vom 21.10.1996 wird die Kirche folgendermaßen beschrieben:

Fachwerkbau vom Beginn des 18. Jhs., nur Nordseite mit Vorhalle erhalten, sonst Ende 19. / A. 20. Jh. in Backstein erneuert. Verbretterter Westdachturm mit Schweifhaube. Im Inneren hölzerner Kanzelaltar, wohl 1713; Taufengel und Patene.

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